Stefanie Mendoni
Meine Mutter war gerade am Plätzchenbacken, als bei ihr, an einem kalten Herbstnachmittag, plötzlich die Wehen einsetzten. Nur wenige Stunden später war ich, ein echtes Münchnerkindl, auf die Welt geflutscht. Das war auch so ziemlich das einzige Mal, dass ich es richtig eilig hatte, meine Schulzeit verbrachte ich größtenteils tagträumend, sehr zum Leidwesen meiner Lehrer und Eltern. So konnten auch mal 4 Stunden für die Mathehausaufgaben und 60 Minuten für 800m Nachhauseweg draufgehen. Ich wuchs inmitten der Ramersdorfer Idylle auf und wurde größer, bis ich das Stockmaß der westeuropäischen Durchschittsfrau erreichte. Nur meine Füße blieben verhältnismäßig winzig.
Meine königlich-bayerisch-humanistische Gymnasialkarriere schloss ich mit dem großen Latinum ab, um dann erst einmal in New York Highlife und Schauspielschule zu machen. Nach einiger Zeit hatte sich dann das Würmchen am großen Apfel dann auch satt gegessen und kehrte freudig in die leuchtende Provinzhauptstadt zurück. Ich begann Germanistik an der LMU zu studieren. Bald darauf wollte ich es noch einmal wissen, denn eins wollte ich mehr als alles andere: Schauspielerin werden. Parallel zum Literaturstudium beendete ich meine Ausbildung am TheaterRaum München, wo ich sehr bald sehr viel Feuer für Impro-Theater fing.
Am Impro-Spiel fasziniert mich die Konfrontation mit überraschenden Augenblicken, die aus dem Zusammenspiel auf der Bühne entstehen. Das „Im-Moment-Sein“ ist für mich immer wieder ein großes Abenteuer, das daraus entsteht wenn du den Vorgaben der Kollegen folgst oder die Mitspieler selbst durch das eigenhändige Setzen neuer Impulse herausforderst. Dies beinhaltet für mich nicht nur Spaß und Spannung, sondern bietet mir auch die Möglichkeit über mich selbst hinauszuwachsen; ja, man ist hier auch in der Lage sich selbst zu überraschen. Das ist eine der vielen Facetten des Improvisationstheaters; einer der Gründe, warum ich diese Arbeit liebe…...
Meine Webseite: www.mendoni.de