Pressestimmen

isar148 meets Zündfunk (BR)

Landshuter Zeitung am 12.07.2003

Lyrisches und Lustiges auf Zuruf
Impro-Duo isar148 verblüffte bei „Zündfunk“-Programmvorstellung


Ein überwältigendes Beispiel von geistiger Gegenwart gaben am Dientag im „kleinen Theater“ zwei Darsteller der Impro-Bühne „Isar148“. Mit dem Live-Projekt machte das Radio-Magazin „Zündfunk“ auf sein geändertes Sendekonzept aufmerksam.

Die sporadische Zuschaltung ins Live-Programm des „Zündfunks“ bedeutete eine zusätzliche Herausforderung für die Schauspieler Birgit Linner und Roland Trescher. Denn sie mussten sich nicht nur auf spontane Begriffe aus dem Publikum hin spntane Szenen ausdenken, sondern sie auch noch auf den wechselvollen Ablauf der Sendung abstimmen. Das ungeheure Reaktionsvermögen und die Präsenz der beiden Darsteller überraschte immer wieder aufs Neue und bot allerbeste Kurzweil.

Seit 1. Juli sind die Sendezeiten für den „Zündfunk“ geändert. Das Szene-Magazin gibt es jetzt statt wie gewohnt um 16.30 um 19 Uhr. 19 Tage lang ist ein Sendeteam mit dem „Projekt 19“ in ganz Bayern unterwegs, um mit verschiedenen Aktionen auf die neue Sendezeit aufmerksam zu machen. Das Improtheater „Isar148“ ließ sich vom Publikum ein Stichwort geben, das charakteristisch für das „Zündfunk“-Programm sein sollte. Es handelte sich schließlich um den begriff „Pop“: In einem atemberaubenden Tempo spielten die beiden in lautmalerischer, handgreiflicher und aktionsreicher Darstellung die 19 Szenen durch, in denen dieser Terminus vorkommen sollte.

Sie schafften es gerade alle Akte durchzuhecheln, als Moderatorin Nadine mit dem Mikrophon auftrat und verkündete, die nächsten Szenen würden in der laufenden Sendung des „Zündfunks“ übertragen. Wieder waren die beiden Schauspieler und ihr Keyboarder schwer gefordert. Mussten sie doch Werbespot spielen, zu denen die Zuschauer ebenfalls die Themen geliefert hatten. Mit Witz und Tempo ging es durch Spots für „Katzenfutter“, „Scheidungsanwalt“ oder „Schubandl“. Beide verstanden sich auf das Hervorragendste darauf, ein und dieselbe abstruse Szene, bei der es beispielsweise um ein Dampfbügeleisen ging, in verschiedenen Sprachen und Versionen nachzuspielen und schreckten auch vor einer Musical-Adaption nicht zurück- die meisten Lacher gab es jedoch bei einem „Interview“ mit gleichzeitiger, überaus anschaulicher Übersetzung via Gebärdensprache. Nach einer weiteren Live-Zuschaltung gab es schönste Beispiele abgedrehter Spontan-Lyrik.
Die Zuschauer wurden aufgefordert, das Thema des Gedichts vorzugeben. Eine Zuschauerin schlug die Worte „Eine Tüte für drei Mark“ vor. Während Birgit Linner daraufhin ein bedeutungsschweres Stück moderner Lyrik aus dem Ärmel schüttelte, reimte sich ihr Kollege vom Stand weg durch ein melancholisches Poem. Den Zuschauern im „kleinen Theater“ schienen weder der „Zündfunk“ noch das Improvisationstheater fremd zu sein. Beides erwies sich als Beispiel für eine besondere Güte der Unterhaltung. –rn-