isar148 Premiere im Landshuter Roxy Kino
Landshuter Zeitung
Mars, Loch, Zahnarzt
isar148 zeigte Improvisationstheater im Landshuter Roxy-Kino
Wenn etwas einschlägt, ist davon auszugehen, dass es zuvor Fahrt aufgenommen hat. Selten wurde ein diesbezüglicher Beweis so eindrucksvoll geführt wie am Sonntagabend im alten Landshuter Roxy-Kino. Aufgeführt wurde Improvisationstheater unter dem Titel Theatersport. Wie sehr diese Veranstaltung ihren Namen verdiente, zeigte am Ende nicht nur das ein oder andere schweißtriefende Darstellerleiberl, sondern auch ein jubelndes Publikum, das sich über zwei Stunden lang in Ovationsbereitschaft befand. isar148 heißt das Münchner Improvisationstheater-Ensemble des kleinen Theaters Landshut. Gleich mit seiner Premiere hat es sich unentbehrlich gemacht. Schauspieler sind eitel, moderierte Katharina Kleffner in den Abend hinein, weshalb ich darum bitten möchte: Egal wie schlecht sie auch sind applaudiert. Bereits eine Minute später kringelte sich der ausverkaufte Saal angesichts virtuoser Aufwärmübungen der drei Theatersport-Kontrahenten vor Vegnügen.
Was nun folgte, war ein komödiantischer Schlagabtausch zwischen Birgit Linner (isar148), Enno Kalisch (DRAMA light, Heidelberg) und Matthias Brandebusemeyer (Improvisite, Köln), dessen Wirkung mit temporeich nur höchst vage beschrieben wäre. Auf Publikumszuruf manövrierten sich die Drei in ein abstruses Szenario nach dem anderen, bastelten aus Mars, Zahnarzt, Loch einen Western ebenso wie ein Feelgoodmovie, stampften eine Hymne auf Landshut aus dem Boden (Landshut Dich heirat ich immer wieder! Landshut Stadt der Lieder) und räumten mit einem multikulturellem WG-Musical ab, in dem eine emanzipationswillige Italienerin einen Schweden und einen Eskimo mittels Putzplan terrorisiert (Ich bin ein Eskimo und hab 16 Wörter für Schnee aber Putzen find ich echt nicht okay!) Kongeniale musikalische Begleitung erfuhr all dies durch Marc Schmolling (laut isar148 eine one-man-boy-group), dessen Keyboard allerlei drollige Klangspielereien lieferte.
Dass sich die Improvisation nicht im sicheren Klamauk erschöpft, sondern Szenen gebiert, die über veritable Spannungsbögen zuverlässig in raffinierte Auflösungen münden, war bei diesem Tempo nicht zu erwarten. Im Roxy wurde es trotzdem bewerkstelligt. Was natürlich umso schöner war.
Zukünftig gibt es Improvisationstheater im Roxy an jedem ersten Mittwoch im Monat. Nächster Termin: 3. November.
Uli Karg