Pressestimmen

S'ensemble Theater / Kulturfabrik

Augsburger Allgemeine Zeitung

Mord mit Häkelgarn. Beim Impro-Theater isar148 bestimmt das Publikum den Stoff

(gwen). Das Publikum wählt die Vorgaben. Ein Mord soll geschehen und zwar von einer Steinmetzin ausgeführt mit einem Häkelgarn in einer Seilbahn. Einziger Haken an der hinterhältigen Tat ist der, dass der Mörder selbst gar nicht weiß, wen er wo und womit ermorden soll.

Beim Impro-Theater „Isar 148“ klappt das dennoch. Das Publikum im S‘ensemble Theater ist begeistert, stampft mit den Füßen und fordert mehrfache Zugaben. Jeden dritten Donnerstag im Monat kann man die Truppe von „Isar 148“ im Theater in der Kulturfabrik live erleben. Dabei wissen die Schauspieler Birgit Linner und Roland Trescher zuvor nicht, was sie an jenem Abend darstellen werden, denn das Publikum entscheidet.

Je skurriler die Ideen der Zuschauer, umso größer die Herausforderung für „Isar 148“. Und die nehmen die Herausforderung gerne an. Im Laufe des Abends konnten sie so zeigen, wie man sich als Knetmasse fühlt oder wie man das erste Mal in der Oper erlebt hat. Improtheater funktioniert nur, wenn die Darsteller hellwach sind und auf jeden noch so kleinen Impuls des Gegenübers sofort reagieren. Und das praktizieren Linner und Trescher in erstklassiger Manier. Immer wieder tönt das Publikum mit wahren Applauskaskaden. „Isar 148“ setzt neben dem Spiel auch noch auf musikalische Elemente von Marc Schmolling. Er kommentierte auf dem Keyboard das aberwitzige Spiel der Akteure.

Herzzerreißend der „Elternabend“ mit gelungenen Schlagereinlagen. Und die Verse dafür werden aus dem Stegreif gereimt. Um so komischer, wenn der Reim ein wenig holpert. Selbst vor dem unlängst entdeckten Shakespeare Drama „Kotlett“ machten die beiden nicht Halt. Und hüpften, munter Jamben und Blankverse deklamierend, als König und Edeldame über die Bühne. Obwohl es für die Akteure immer schweißtreibender wurde, wollte das Publikum „Isar 148“ nicht ziehen lassen. Doch nach der zweiten Zugabe war Schluss. Aber zum Glück kommen sie wieder ins S‘ensemble Theater